Altenhagener Weg
Erneuerung und Erweiterung einer Siedlung der späten 1950er Jahre in Hamburg
Referenz Arnold Brückner, Projektleitung in Springer Architekten, Berlin
Die energetische Sanierung einer bestehenden Siedlung ist häufig anzutreffen. Die hier gezeigte Lösung jedoch ist beinahe einmalig. (aus: Architekturpreis Stadt Hamburg)
Bemerkenswert an der in den Jahren 1958-60 errichteten Siedlung ist der konsequente Städtebau mit den strikt nach Gesichtspunkten der optimalen Besonnung diagonal auf den Grundstücken angeordneten Gebäudezeilen. Ganz offensichtlich erkennen wir in Arne Jacobsens Wohnanlagen aus den späten 40er Jahren die Vorbild. Auch für uns behalten diese Vorbilder ihre Gültigkeit. Ihre Vorbilder bestimmt gleichermaßen die Gestalt der umgebauten Bestandsobjekte und die der Neubauten. Indem sich der Bestand und dessen Umgestaltung und Ergänzung auf die gleichen architektonischen Wurzeln berufen, gelingt es, nicht nur innerhalb der Siedlung selbst eine Geschlossenheit herzustellen, sondern auch die Einbindung der Siedlung in den weiteren Kontext des Quartiers zu wahren. Dennoch ist auch die notwendige Neugestaltung in ihrer eigenen Zeitgebundenheit erkennbar. Die gestalterische Angleichung der Neu- und der Bestandsbauten ist sehr weitgehend. Eine signifikante Unterscheidung bleibt so fast nur noch in der unterschiedlichen städtebaulichen Disposition der Baukörper erkennbar. Während die bestehenden Gebäude als nach Südwesten orientierte Zeilen diagonal auf dem Grundstück angeordnet sind, besetzen die Neubauten auf nahezu quadratischen Grundflächen jene verbliebenen Dreiecksflächen
an den Grundstücksrändern, die zuvor als Garagenhöfe genutzt wurden. Im Unterschied zu den bestehenden Häusern sind die Neubauten auch mit ihren Eingängen konsequent den Straßen zugeordnet.
Es erwies sich für die an den Vorbildern der Entstehungszeit orientierte architektonische Strategie als Vorteil, dass die Bauherrschaft sehr langfristig kalkuliert. An Stelle der sonst bei Sanierungen üblichen Wärmedämmverbundsysteme können bei diesem Projekt eine neue Ziegelfassade vor der Dämmung und Holz- Aluminiumfenster ausgeführt werden.
Mit einer moderate Nachverdichtung können nun auch größere, familiengerechte Wohnungstypen angeboten werden. Das Ziel, die hohe Qualität der Grünflächen zwischen den Wohngebäuden auch für die nachverdichtete Siedlung zu erhalten, führte zur Verlagerung nahezu aller Stellplätze in zwei Tiefgaragen unter den Neubauten. Trotz der Berufung auf die Vorbilder aus den 50er Jahren sind die gestalterischen Eingriffe in den Bestand erheblich. Sie berühren durchaus den Charakter der Siedlung. Die atmosphärische Veränderung ist auf den Südwestseiten mit den neuen durchlaufenden Balkonplatten und den raumhohen Fenstern besonders augenfällig. Dennoch: auch im Bild der umgebauten Häuser schwingt die Erinnerung an die Siedlung aus der Wiederaufbauzeit der frühen 60er Jahre mit. (Jörg Springer zum Deutschen Städtebaupreis 2008)
Wohnungen:
Tiefgarage:
156 Wohnungen
89 Stellplätze
